Etwas über Frösche und ihre Fans


Heute gibts eine kleine Tatsachengeschichte über Menschen, die sich den Problemen unseres Alltages annehmen und uneigennützig ihre Freizeit dafür opfern, dass unsere Welt ein bisschen schöner, gerechter und lebenswerter wird. Dies verdient unseren Respekt und unseren Dank!

Jedes Jahr aufs neue treffen sich ganz in der Nähe von Euskirchen die Liebhaber einer ganz bestimmten Gattung Tier, nämlich des wanderfreudigen Froschlurches. Dieser bewohnt eine große, zudem recht feuchte Wiese und nutzt ein nahegelegenes Feuchtbiotop (früher sagte man auch Sumpf dazu) zur Fortpflanzung. Des Frosches größtes Problem: eine Straße trennt seit Jahren Wiese und Sumpf.

Also bewaffnen sich lokale Froschliebhaber alljährlich mit einer Warnweste und machen sich auf, um besagten Vertretern der Gattung Salientia das Leben zu erleichtern. An der Straße wurden diverse Installationen errichtet, diese immer wieder ausgebessert und von Jahr zu Jahr erweitert. Zuerst wurden Warnschilder für weichherzige Autofahrer aufgestellt, mit dem Ziel doch bitte möglichst langsam fahrend die lieblichen Amphibien zu überrollen. Es folgten schäbige Drahtverhaue, welche wiederum nun kniehohen Plastikfolien wichen, die nun auf etwa einhundert Metern den Lurchen das Überqueren der Straße erschweren sollen.

Kröten sind nicht unbedingt das Intelligenteste unter Gottes Schöpfungen. Genau das kommt ihm nun ein wenig entgegen. Die ersten Lurche laufen nämlich einfach nur stumpf gegen die Plastikfolienwand. Dort verharren sie, fest im Glauben, dass ihr Dickschädel sich eines Tages durchsetzen wird. Weitere Tiere drängen nach und nutzen freudig erregt die vor sich befindlichen Frösche als Lurchrampe, welche sich nun von Frosch zu Frosch erhöht. Irgendwann überwinden die ersten Lurche die ohnehin recht fragile Plastikwand und erleiden dann einen grausig schmatzenden Tod unter diversen Autoreifen. Dumm gelaufen…

Also muss erneut der Mensch rettend eingreifen. Noch bevor der Asphalt restlos mit Froschgedärm überzogen wird rücken unsere Lurchfreunde an und sammeln das fortpflanzungswillige Froschvolk ein. Dann tragen sie dieses in Eimern über den Todesstreifen, genannt Landesstraße 264. Das tun sie allmorgendlich, bis alle Frösche ihre Wanderung zum begehrten Liebenstümpel mehr oder weniger erfolgreich beendet haben. Nach erfolgter Kopulation und des anschließenden Laichens beginnt der mühsame Heimweg unserer hüpfenden Freunde, welcher natürlich direkt von einer unüberwindlich erscheinenden Plastikwand endet. Aber zum Glück gibt es erneut jene zweibeinige Helfer, die zum Glück nicht besseres zu tun haben als vom Liebesakt ermattete Frösche über die Straße zu helfen. Und einigen Wochen später deren Nachkommen…

So viel Hingabe und Aufopferung erfordert natürlich unseren uneingeschränkten Respekt. Eine Erwähnung in diesem Blog war also mehr als überfällig. Lobend muss ebenfalls ein nicht näher genanntes Euskirchener Feinschmecker-Restaurant erwähnt werden, welches sich ganz der französichen Küche verschrieben hat und seit Jahren unentgeltlich Eimer zur Verfügung stellt.

(Das mit dem Restaurant ist natürlich frei erfunden. Sollte Teile des Textes zudem als Spott empfunden werden, dann bitte ich dies zu entschuldigen, es lag mir fern hier liebreizende Froschlurche verbal zu verunglimpfen. Andererseits, nun, also mal ehrlich: Vor dem Kölner Pascha stehen keine Schülerlotsen, welche das paarungswillige Vetreter unserer eigenen Spezies über die Straße begleitet. (Glaube ich jedenfalls))

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