Voll verpeilt


Die Neigung, Sätze nicht zu beenden oder am Satzanfang großzügig mit Worten zu sparen, bringt angesichts zunehmendem Alters und des total stressigen Alltags recht abstruse Phänomene ans Licht. Wahrscheinlich liegt es nur am Alter, möglicherweise sind es aber auch die vielseitigen Reize, die jegliche Konzentration auf ein Thema stets zur falschen Zeit überfluten und damit ein Labyrinth wirrer Gedanken schaffen, welche unmöglich zu filtern sind.

Konkret sieht das dann folgendermaßen aus: Voller Vorfreude wird die Arbeit an einem neuen Blog begonnen. Man holt tief Luft und lässt dann die Finger über die Tastatur tanzen. Doch dann passiert das Undenkbare…

Der geschriebene Satz bzw. die real existierenden Fragmente desselben sind geschrieben und beim Lesen desselben stellt der Schreiberling bestürzt fest, dass er nicht die Spur einer Ahnung davon hat, was er da eigentlich gerade schreiben wollte.

Das Lesen bislang Geschriebenen reicht nicht ihm auf die Sprünge zu helfen. Wieder und wieder liest der Autor die Worte auf dem Bildschirm und versucht sich mühsam an etwas zu erinnern, was eben noch die Gehirnwindungen flutete und das Schreiberherz begeisterte.

So sitzt er nun da, liest, grübelt und kratzt sich am kahlrasierten Kopf.

Das Leben ist hart, denkt er sich, markiert den Text und drückt auf den Löschknopf. Morgen ist auch noch ein Tag, oder eben Übermorgen. Und dann gibt es den nächsten Versuch.

Bis denne

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