Überirdischer Schabernack


Samstag, gegen 21:13: ich liege in der Hängematte und stinke nach Schweiß. Kein, Wunder, es ist Sommer und das nicht nur laut Kalender. Der Garten brauchte Pflege und soweit ich das einschätze hat er diese auch bekommen. Und nun genieße ich die Ruhe in meinem selbstgeschaffenen Paradies.

Auf dem Schornstein gurrt müde eine Taube. Niemanden interessiert das. Es ist einfach zu warm und selbst Tauben sollten sich der Hitze fügen. Genervt von meiner Ignoranz stürzt sie sich von der Esse, um gekonnt im Gleitflug über meine Hängematte zu segeln.

Im ersten Moment zucke ich zusammen und bekomme Panik. Nirgends eine Spur einer Deckung, hinter der ich Schutz hätte suchen können. Doch der erwartete Einschlag bleibt aus. Puh…

Kein Anschiss dieses Mal. Aber das war schon mal anders. Bloß nicht daran zurück denken. Eine beinahe legendär große Ladung Taubendreck folgte der Schwerkraft und, nun, ihr könnt euch den Rest denken.

Nun ja, diesmal hatte ich Glück. Womöglich lag es daran, dass ich das beinahe Unvermeidliche kommen sah und mit dem Schlimmsten rechnete. Doch wie ihr sicher auch wisst, lieben die Götter des Schabernacks die Überraschung. Nichts mögen sie mehr wie ein verdutzt aus der Wäsche blickendes Gesicht. Doch gelingt dies nicht, dann fällt halt das Spektakel aus.

Erleichtert wälze ich mich in der Hängematte, ermattet vom beinahe erlebten Abenteuer und voll der Freude auf das was da als Nächstes kommen möge.