Blaulicht mal anders


Im heutigen Blog geht es im zeitgenössische Kunst, um meine gestrige Abendbeschäftigung und um das Ende der Menschheit. Und das alles auf einen Punkt gebracht: Ich sah mir einen Kinofilm an. Grob zum Thema: Eine Alien-Invasion radiert die Menschheit aus. Okay, das hatten wir alles schon mal, zumindestens auf der Leinwand, was in dieser Form gerade noch akzeptabel ist.

Was also war das Besondere an diesem Film? Kurz zur Handlung: Unsere Filmhelden stellen nahezu ganz normale Bürger dar, die ausschweifene Parties in einem Penthouse feiern und beeindruckende Erfahrungen im Umgang mit den außerirdischen Invasoren sammeln. So weit, so gut! Keine Schwenks in mit uralte Technik verstopfte Geheimbunker, in denen wohlgebräunte Ex-Nazis über ein angemessenes Vorgehen fachsimpeln. Keine Zweit- und Drittschauplätze in Indien oder Deutschland, keine nervigen Einzelschicksale von dem Tode geweihten Menschen, die mit der Handlung überhaupt nichts zu tun haben. Und ganz besonders toll: Keine typischen Klischees wie Happy End, Sexszenen oder Leonardo Di Caprio – Das Ende ist somit unabwendbar.

Unsere Helden durchleben diese schweren Stunden mit eindeutig übertriebener Hoffnung auf die militärische Allmacht der völlig überforderten Armee und haben ein paar Problemchen mit eigenartigem blauen Licht. Welches sich letztendlich als nichts anderes herausstellt als der verdammte Käse für die Maus.

Entlang der Milchstraße wird dieser Film viel Zuspruch erfahren. Endlich kommt da wer und befreit die Erde von ihren widerlichsten Kreaturen, die in der Realität ganz versessen darauf sind, dieses Ende von selbst herbeizuführen. Die intergalaktische Presse (ausgenommen: Lokalteil Erde) dürfte also die ekelhaften fiesen Aliens als globale Befreier feiern.

Denn eines dürfte sicher sein: Sie sind neuer Spitzenreiter in Gottes allmächiger Nahrungskette, und wir zu unserem Pech deren Lieblichsspeise. Streiche also Invasion – setze Ernte, Kirmes, Hasenjagd!

Vom müden Schreiberling


Müde, ausgebrannt, ideenlos – mein Geist ist ausgeflogen, keine Ahnung wohin. Dementsprechend entgeistert starre ich auf die trübe Oberfläche des Monitors und frage mich, warum das Leben mal wieder so hart zu mir ist. Alle Ideen sind zu Papier gebracht, der gedankliche Restmüll ist schriftlich festgehalten.

Wow, hat der Schreiberling mal nix zu Schreiben? Ist es wie bei dem Typen, der redet, obwohl er nix zu sagen hat – nichts sagendes Gerede also? Ach was! Dann schreiben wir halt genau darüber, über diese unglaublich kernigen Zeiten, in denen der Kopf leer, die Gedanken weit weg und der Kaffee kalt ist! 

Was machen denn eigentlich überaus erfolgreiche Dichter, wenn ihnen der heilige Stoff für Bestseller ausgeht, wenn nicht mal ein kleiner Buchstabe aufs Papier platziert werden will? Die einen besuchen ihre ganz persönliche Muse und belästigen diese mit ihren Problemen, andere nehmen ein Vollbad in echter blauer Tinte und setzen sich dann lediglich mit blauer Nacktheit bekleidet wieder an die Schreibmaschine.

Und ganz wenige, meist mindererfolgreiche Schreiberlinge verziehen sich aufs stille Örtchen. Nicht wenige meiner tiefgründigsten Gedankenzüge begannen ihren schmutzigen Werdegang in einer kleinen dunklen Sanitäreinrichtung.

Viele dieser gleichermaßen unglücklichen wie auch verkommenen Autoren hätten allerdings das wenige, was ihnen während der Notdurft durch die grauen Zellen irrte, gleich mit allem anderen den Lokus hinabgespülen sollen.Dies ist keine Selbstkritik, lieber Leser, denn das wäre im Prinzip auch eine Kritik an Dich. Doch spätestens wenn schriftstellerische Abgründe Herpesbläschen auf der Oberlippe des geneigten Lesers bilden, dann ist es Zeit die Lektüre zu wechseln.

Nun, heute ist Samstag, also Wochenende und es soll doch mit dem Teufel zugehen, wenn ich nicht doch noch wenigstens ein paar Abenteuer erlebe. Abenteuer, die ich in Blogform wiedergeben werde, Abenteuer wie Weltuntergang, Revolution oder Hirschbrunft.

Grübeleien


Bin eben auf der Toilette (ich will beim guten Ton bleiben und schreibe deshalb nicht „beim Pinkeln“) zu bahnbrechenden Selbsterkenntnissen gelangt. Und zwar grübelte ich über den Gedanken, dass es recht einfach ist, sich selbst für nen Wichser zu halten. Halt nur eine Frage der Selbsteinschätzung gewürzt mit viel Selbstironie.

Und kurz bevor ich meinen Toilettenbesuch mit dem Akt des Händewaschens beschließen wollte glomm so ein kleiner Funken Wahrheit in mir auf. Sich selbst gedanklich einen Wichser zu nennen ist nichts gegen die brutale Selbsterkenntnis tatsächlich ein unangenehmer Mensch zu sein. Und sich das tatsächlich auch einzugestehen.

Ich meine, wer ist schon stolz darauf, grübelnd an eine höhere Wahrheit zu erlangen, die einem überhaupt nicht schmeckt. Okay, das letztere nehme ich zurück. Es soll Menschen geben, denen Gott keinen Mangel an Selbsteinschätzung in die Wiege legte und die dennoch gut damit leben können. Ehrlich und wahrhaftig.

Bin ich nun ein Fall für Freuds rostigem Hinterkopfbohrer, wenn ich mir über das Problem einer himmlischen Selbsterkenntnis beim Toilettengang den Kopf zerbreche? Und wie ist eigentlich die Steigerung von Wichser laut dem alltäglichen superlativen Größenwahn? Hank hätte sicher längst die Lösung inpetto.
Denkt mal drüber nach! Geht in euch und habt Spaß dabei!

weitere Grübeleien folgen bestimmt…

Schlaflos in Dresden


Yeah, Dönerstag – die Woche ist fast geschafft! Immer noch Dresden, immer noch müde (Hank ist schuld!) und immer noch kein Heimweh! Auch wenn das Wetter hier Gandalf dem Grauen vergleichsweise farbenfroh erscheinen lassen würde, daheim schauts sicher kaum besser aus. Statt Schnee wahrscheinlich Regen, würg…

Mit der Müdigkeit ist das so eine Sache. Kaffee ist keine Lösung, frische Luft ist Mangelware, die Motivation ist am Boden. He, ich denke es ist Dönerstag?

Noch immer brüte ich über ’nen kleinen Text über einen bestimmten Internetdienstleister mit einer mathematischen Gleichung als Firmennamen und deren Kundendienst, welcher scheinbar außerstande ist, diese Gleichung zu lösen. Es ist nicht einfach eine Menge Frust in wohlformulierte Worte zu fassen und dabei nicht übelsten Rufmord zu begehen.

Naja, dafür habe ich ein paar eklige Grübeleien aufgeschrieben und nun direkt auf de Seite geladen. Ein Text, in dem  ich der Tatsache ein wenig Rechnung trage, dass die Gossensprache immer mehr Einzug in unser Leben hält. Goethe wäre sicher verzückt.

New kids on the…


… ihr wisst schon. Blog oder so…  Im TV läuft gerade irgendwas irrwitziges mit Paul Panzer und ich vermisse Dresden. 

 Mein Hund war überglücklich (ich bin ein Hundeversteher (und das ist selbst mir neu (was mich ziemlich erstaunt (und mich erstaunt nicht mehr sehr viel (in Anbetracht des aktuellen TV-Programms auch nicht verwunderlich))) einmal Klammer fehlt noch) … ach ja mein Hund, also dieser war nun wirklich sehr erfreut, mich wieder daheim zu begrüßen. Und wie, naja, wenigstens ein weibliches Wesen, welches sich über meine Anwesenheit daheim wirklich zu freuen scheint. 

Und sonst? Okay, noch ein paar Worte zur wirklich beeindruckenden Heimkehr. Ich sitze da also im Flieger, hab ein paar Minuten Verspätung und einen zwölf Jahre alten Whisky in der Hand. Und nun bitte Stille und viel Vorstellungsvermögen: In Dresden ging soeben die Sonne unter und mein Flieger schwingt sich in die Höhe.

Und jetzt kommt’s… die Sonne geht wieder auf. Und zwar im Westen!!! Nein, nicht der Whisky war schuld (denn dazu wären mehr als 5cl nötig). He, ich sehe da die Sonne im Westen aufgehen. Ein Hammer! Mein Airbus sorgt halt mit Flugrichtung und Flughöhe für diese astronomische Kuriosität und ich genieße diese aus vollen Zügen. Der nun folgende Sonnenuntergang zieht sich über romantische fünfzig Minuten und ich bedaure aus ganzem Herzen diesen Moment allein genießen zu müssen.

Im Landeanflug geht’s über Mr. Vize höchstpersönlich hinweg, also Vizekusen bzw. Abo-Vizemeister. Auch wenn ich diesen Verein aus ganzen Herzen verachte, beeindruckend ist dieser Blick aus dem Flugzeug hinab ins ausgebaute Stadion auf jeden Fall.

So, ich mache mich nun vom Acker. Und auch wenn ich Hank als Mentor mehr als nur begrüßen würde… ich hasse euch nicht. Nein, nicht wirklich. Warum auch.  😉

Make my day


Mein Tag beginnt mit unbarmherziger Lärmbelästigung durch kleines böses Ding namens Wecker. Doch unmöglich direkt aus dem Bett zu springen. 

Nein, Dösen heißt das Zauberwort, aber nee, wenn ich jetzt nicht aufstehe, dann ist das Bad für die nächste halbe Stunde vom Sprössling besetzt. Also hoch. Ich spare mir an dieser Stelle die Schilderung von Einzelheiten der Reinigung und Pflege meines Astralkörpers. 
Anschließend, wahrscheinlich immer noch im Halbschlaf gehts (natürlich inzwischen in feinstem Zwirn gekleidet) in die Küche. Hier werden in aller Schnelle die nötigsten Utensilien zusammengepackt, die einem das kulinarische Überleben am Arbeitsplatz ermöglichen.
Und schon sitze ich im Auto, orientiere mich an der Fahrbahnmarkierung und peile den Freiraum zwischen Fahrbahnmitte und Seitenlinie an. Eine Umleitung, vier mal Kreisverkehr und ein paar Kilometer später stelle ich das Fahrzeug ab, belästige eine Stechuhr und hole mir nen Kaffee. Einen Arbeitstag, viele Kaffee und zuviel penetrantes Telefongeklingel später setze ich mich erneut in mein Auto.
Kurze Zeit später werde ich zum ersten mal an diesem Tag von einem Wesen begrüßt, dass sich wirklich und wahrhaftig über meine Anwesenheit freut – mein Hund. Zum Dank dafür gehe ich mit meinem vierbeinigen Freund eine Runde spazieren. Um dann im Anschluss etwas für meine Figur zu tun – es ist halt nie zu spät, denke ich und steige vom Hometrainer herunter.
Nun noch ein halbwegs schmackhaftes Abendessen zusammenrühren und dann ab vor die Glotze. Eigentlich ist nun Zeit sich auf den Matratzenhorchdienst vorzubereiten, womit der Tag gelaufen und eine weitere Chance vertan ist, etwas außergewöhnliches aus diesem Tag zu machen. 
Keine Zeit zum Jammern – Morgen ist zum Glück MEIN TAG!

Von Brettern Balken und Bohlen


oder: Was zeichnet einen Vollpfosten aus?

Endlich gönne ich mir die Erfüllung eines lang schon gehegten Wunsches. Ich werde vor meinem hightech-HD-Flachbildschirm knieend einem Popp-Titan huldigen. Einem mächtigen Geschöpf, einem Wesen, dem man bedenkenlos die Weltherrschaft übereignen möchte.

Obwohl, Titan? Sind das nicht die ekelhaften Viecher, die Göttervater Zeus tief unter die Erde verbannte? Dies tat er sicher nicht völlig grundlos! Und nun hat wohl eines dieser Mistdinger die lange Einkerkerung hinter sich gelassen um in verschärfter Form über die Menschheit herzufallen.

Unser Titan mit dem feisten Grinsen im Gesicht und seinem Fickfrosch als Spielzeug. Leute, ich will wirklich nicht übertreiben, und so glaubt mir – dieser Mann ist ein Gott, ein Übermensch, ein Wesen, nicht von dieser Welt! Und wie er mit seinen Jüngern umgeht – ist das nicht herzallerliebst? Diese frechen verpickelten Dinger und ein paar in der Pupertät steckenden Mamasöhnchen, die allesamt ihre Hirne zu Forschungszwecken der Uni Tübingen übereigneten, haben soviel Liebe doch gar nicht verdient. Die Herren Forscher dieser Uni wagen demnächst einen Versuch, der beweisen soll, dass Dummheit tatsächlich greifbar ist.

Erst castet unser Pop’l-Titan seine Jünger – nur das frischeste knackigste Fleisch kommt durch. Anschließend kocht er oder sie oder beides, ganz egal, auf kleiner Flamme. Zum krönenden und alles verschlingenden Schluss verspeist er diese unschuldigen mediengeilen Nichtsnutze und ein paar Brocken gönnt er seinen Fucking Frog. Von Irgendetwas muss sich schließlich diese elende Kröte ernähren.

Immer noch vor der Glotze hängt inzwischen meine Zunge bis zum Boden, die Augen quellen anbetungsvoll strahlend aus den Höhlen und der Geifer tropft aufs Parkett. Man ist dieser Typ geil!!!

In seiner erhabenen Art stets das Beste im Menschen zu fördern, also auch ungeahnte Talente hervorzubringen, lies er sich feuchtwarme übel riechende Luft aus talentierten Hintern ins Gesicht blasen und unförmige überproportionierte aber scheinbar auch talentierte Milchdrüsen weiblicher Wesen um die Ohren wedeln. Wenn das nicht Aufopferung in Rheinform ist.

Ich kann es einfach nicht fassen einer Generation anzugehören, die privilegiert ist, Zeitzeuge dieser Lichtgestalt zu sein. Um meine innige Verbundenheit zu offenbaren, habe ich mir fest vorgenommen, künftige Auftritte dieses einzigartigem Exemplars abendländischer Fernsehkultur mit spontanen Aktionen zu würdigen. Kraftvolles Schlagen mit dem Kopf gegen eine sanfte Betonwand, oder liebevolle Tritte gegen den teuren Fernseher – Hauptsache ich vermittle meinem hoch geschätzten Umfeld die Art von Intelligenz, welche notwendig ist um diesen Scheiß allabendlich auf RTL zu ertragen. Yippie ya yeh Schweinebacke!