Möhrchen


Morgens um sechs in Deutschland: Kurz bevor ich damit beginne mir meine tägliche Ration Möhrchen in feine Scheiben zu schneiden, stelle ich mich vor den Kühlschrank, öffne diesen und warte auf ein Wunder. Warum ich das tue? Nun, da hast Du mich wohl bei einer Notlüge ertappt.

Die Wahrheit: Ich habe einmal mehr dabei ertappt, grund- und ziellos ziemlich übernächtigt in den Kühlschrank zu starren. Das ganze mächtig unterkoffeiniert und auf verdammt nüchteren Magen. Eigentlich war ich auf dem Weg in den Vorratsraum um dort das begeehrte Wurzelgemüse holen. Das funktionierte anfangs auch ganz gut, aber am Kühlschrank war dann Schluss und sämtliche Planungen das Frühstück betreffend waren wie weggewischt.

Der allmorgentliche Trott ist sicher Schuld. Der erste Kaffee lag noch in Lauerstellung, der größte Teil von mir noch im Bett. Wie unter Hypnose sagte mein Unterbewußtsein zur rechten Hand: „Du musst diese Tür öffnen!“ und das tat sie dann auch. Tja, und der Rest der aktuellen Situation ist bekannt.

Wie Schweinchen ins Uhrwerk starre ich in das Innere meines gut gefüllten Kühlschrankes. Meine Augen suchen zwischen Käse, Johurt und Wurst nach einer Antwort, nach einer Idee, wahrscheinlich sogar nach dem Sinn des Lebens, falls dieser irgendetwas mit Möhren zu tun hat. Und irgendwie dämmert es dann endlich beim Gedanken an Möhrchen.

Also schließe ich den Kühlschrank wieder und wende mich dem Besteckkasten zu. Hier finde ich jenes geniale Werkzeug, welches zum erfolgreichen Malträtieren des Wurzelgemüses benötigt wird. Fehlen noch die Möhren, die noch immer im Vorratsraum mit ihrem Schicksal hadern. Doch dazu muss ich irgendwie an diesem verdammten Kühlschrank vorbei kommen und befürchte, dass ich in wenigen Momenten erneut davor stehe und grüble, was ich dort verloren habe.

Vielleicht ist es besser mit einem frisch aufgebrühten Kaffee wesentliche Fortschritte beim Wachwerden zu erzielen. Gute Idee, denke ich und schaue leicht befremdlich auf den Sparschäler in meiner Hand. Was wollte ich denn damit?

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